Preiswerte Hausautomation

aktualisiert am 09.09.2020

Das Angebot ist riesig.

Man kann sich von namenhaften Herstellern natürlich fertige Sets holen. Und einige werden jetzt sagen “aus China”, das kann doch nicht lange halten, doch meine Erfahrungen sind äußerst positiv, zumal der Großteil aller Geräte sowieso aus diesem Land kommen. Warum also nicht direkt bestellen und einmal testen? Einige werden vielleicht auch Sicherheitsbedenken äußern, doch den Gedanken lasse ich außen vor, versierte Hacker kommen in jedes System.
In diesem Beitrag möchte ich einmal meine Gerätschaften vorstellen, die ganz hervorragend miteinander harmonieren.
Grundsätzlich arbeiten die Geräte mit Broadlink und können via Google Spracherkennung gesteuert werden.
Zunächst die Geräte:

  • Google Home Mini
  • Smart Plug SP3S-EU
  • Broadlink RM Pro Plus

Den Google Home Mini gibt es momentan ( Stand 2020) für ca. 20 €.
Allerdings werden die Geräte auch gelegentlich bei einem Kauf von einem anderen Gerät als Zugabe mitgegeben, sodass sich auf einschlägigen Gebrauchtwaren-Portalen die Geräte nagelneu für weniger finden lassen. Die ungeöffnete Verpackung ist immer eingeschweißt, sodass man (fast) auf Nummer sicher gehen kann.

Die WLAN Steckdose SP3S EU ist für das Broadlink-System die neueste Variante und lässt sich momentan auf chinesischen Einkaufsportalen für 13 bis 17 € finden.

Der Knaller aber ist der Broadlink RM Pro Plus für 20 €. Dieser bedient sämtliche infrarot gesteuerten Geräte im Umfeld, auch können Fernbedienungen mit 433 Mhz angelernt werden. Es gibt bereits auch den RM4 Pro als Nachfolger, das Gerät habe ich aber nicht getestet.

Als Router dient mir eine FritzBox 7490.

Benötigt werden auf dem Smartphone die Apps Google Home und Broadlink.

Der Google Home Mini

Die Einrichtung vom Google Home Mini ist simpel, Gerät mit Strom versorgen, Google Home App öffnen. Zunächst “Zuhause” definieren, dann neues Gerät einrichten.
Die Verbindung zum eigenen WLAN-Netz wird automatisch bei diesem Vorgang vorgenommen.

In der App sieht es nach der Installation so aus, hier schon mit einer Steckdose und einem Google Home Mini.

 

Die WLAN-Steckdose

Bevor die Installation beginnt, sicher stellen, dass das Handy nur mit 2,4 Ghz mit dem Router verbunden ist.
In der FritzBox lässt sich dafür z.B. im Menü unter WLAN das 5 Ghz Netz abschalten.

Die App Broadlink öffnen und Grundeinstellungen vornehmen
“Add device” wählen:

Nun die Steckdose in den Kopplungsmodus bringen. Bei Erstbetrieb automatisch,
ansonsten Taste 5 Sekunden drücken, bis die Lampe schnell blinkt.

Jetzt das WLAN-Passwort eingeben:

Verbindung wird hergestellt:

Ist das Gerät erkannt Name und Raum zuordnen:

Fertig:

Test als Video beim Einschalten in der App:

 

Nun verheiraten wir Broadlink mit Google. Dazu in der Google Home App auf “Gerät einrichten”.

“Funktioniert mit Google” auswählen:

Und hier Broadlink auswählen:

Somit sollte bei “Hey Google, Test an” die Steckdose schon geschaltet werden.

 

Der Broadlink RM Pro

Die Einrichtung beginnt wie bei der SP3S, nur wählt man den RM Pro aus.
Nach dessen Verbindungsherstellung kann man verschiesene Geräte mit Infrarot oder 433 Mhz Fernbedienung anlernen, nun über Add remote:

Nun einfach der Anleitung folgen, Gerät auswählen. Sollte es in der dann folgenden Liste sein – Volltreffer. Wenn nicht, kein Problem:

Den anzulernenden Button drücken, die Gerätefernbedienung vor den RM Pro Plus halten und korrekte Taste drücken. Dann testen – Gerät reagiert.

Beim Symbol unten in der Mitte finden sich weitere Möglichkeiten:

Das geht ganz hervorragend bei den “normalen” Fernbedienungen.
Einziger Wermutstropfen bei mir – die Fernbedienung für das Gerät von Vodafone sendet via Bluetooth und das macht der RM Pro Plus nicht. Sehr interessant: Wer “normale” Funksteckdosen nutzt, kann auch diese anlernen, der RM Pro Plus funkt auch auf dieser Frequenz (433.08 – 433.96MHz).

Wer bis hierhin gekommen ist, der wird mit den eingerichteten Geräten und Funktionen schon einiges regeln können.
Die weiteren Möglichkeiten sind sehr groß. In der Google Home App sowie auch in der App Broadlink lassen sich zeitliche Abläufe und Szenen erstellen, darauf werde ich aber nicht eingehen, dass führt an dieser Stelle zu weit. Wer nur am Handy schalten möchte, der sollte direkt die App Broadlink nutzen, über die Google Home App gibt es eine minimale Verzögerung.
Kleine Extras seien noch erwähnt. In der App Broadlink kann man beim Antippen der Steckdosen den Verbrauch sehen (mein Rechner werkelt gerade mit knapp 74 Watt):

Auch Statistiken lassen sich abfragen:

Hier möchte ich einschränken, ein parallel geschaltetes Energiekosten-Messgerät zeigte Abweichungen im Bereich über 50 Watt (bis zu 10 Watt).
Im unteren Bereich waren die Ergebnisse allerdings recht identisch.

Sollte die Verbindung des RM Pro Plus gelegentlich abreißen, bitte in der Fritzbox den Haken bei WLAN – Sicherheit – “Unterstützung für geschützte Anmeldungen von WLAN-Geräten (PMF) aktivieren” herausnehmen.

Mittlerweile sind ein paar Fritz DECT 301 Thermostate dazugekommen. Diese haben nichts mit den Geräten von Broadlink zu tun, lassen sich aber über die Fritzbox und die App MyFRITZ hervorragend steuern. Und auch wenn die Unterstützung von AVM nicht gegeben ist, so lassen sich die Thermostate mit einem Skill bei Amazon (FB Smart Home von Raphael Pala) auch via Sprachsteuerung über Google einwandfrei bedienen. Die Verbindung zwischen FritzBox und FritzDECT 301 erfolgt per DECT ULE (Ultra Low Energie)-Standard, dadurch entsteht eine Verzögerung beim Schalten, diese Verbindung ist allerdings auch sehr batterischonend.

Hier mal ein Beispiel mit Beleuchtung eines Bildes. Das Gemälde hängt an einer Steckdose (“Gemälde”), die Infrarot-Fernbedienung (“Gemälde LED”) für die Hintergrundbeleuchtung wurde am RM-Pro angelernt. Den Befehl “Hey Google” habe ich rausgeschnitten, damit beim Zuschauer nichts reagiert.

 

Viel Freude beim Probieren.